Porträtfoto von Marianne Reuter
12. Mai 2026

Warum ich mich als Grafik-Designerin selbständig gemacht habe

Seit 14 Jahren bin ich jetzt schon selbständig – wie die Zeit vergeht! Heute möchte ich mal innehalten und dich in meine Anfänge blicken lassen. Warum hab ich mich erst so spät selbständig gemacht? Was war davor passiert? Denn Grafik-Designerin bin ich schon viel länger – genau genommen, seit 38 Jahren.

Hab ich deine Neugier geweckt? Dann mach dir eine Tasse Tee und lass dich von mir mit auf die Reise nehmen.

Die Anfänge: Warum ich Grafik-Design studiert habe

 

Mit 14 Jahren hatte ich zum allerersten Mal vom Beruf der Grafik-Designerin gehört. Das war bei einer Veranstaltung unserer Realschule zur Berufsfindung. Ich wusste sofort: Das ist es, was ich einmal machen möchte! Schließlich zeichnete ich für mein Leben gern. Meine Vorstellung vom Beruf war dabei noch recht romantisch: Ich wollte Kinderbücher illustrieren. In dem Alter klang das für mich äußerst verlockend.

Zum Studieren brauchte ich allerdings die Fachhochschulreife. Also beschloss ich, nach der Realschule noch ein berufliches Gymnasium zu besuchen. Damals war das unter Realschülern noch gar nicht so üblich. Die wenigen Klassenkameraden, die mit mir weiter auf die Schule gingen, konnte ich an einer Hand abzählen.

Meine Entscheidung fiel auf das Technische Gymnasium. Die Alternative wäre das Wirtschaftliche – so gar nicht meins – oder das Hauswirtschaftliche – erst recht nicht meins – gewesen. An einer Drehmaschine zu stehen, klang viel spannender. Dass ich dann das einzige Mädchen in meiner Klasse sein würde, störte mich überhaupt nicht.

Zielstrebig wie ich war, überlegte ich mir im Laufe des 12. Schuljahrs, ob ich denn überhaupt ein Abitur brauchte. Schließlich wurde der Studiengang Grafik-Design bei mir in der Nähe nur an Fachhochschulen angeboten. Also beschloss ich zum Leidwesen meiner Eltern und Lehrer, dass ich nach dem 12. Schuljahr von der Schule gehe. So hatte ich die Fachhochschulreife ganz ohne lästige Prüfung in der Tasche – wie genial.

Bleistiftzeichnung von einem Jungen, der auf einer Treppe sitzt

Bleistiftzeichnung anhand eines Fotos im Alter von 18 Jahren

Bleistiftzeichnung anhand eines Fotos im Alter von 18 Jahren

Die erste Hürde auf dem Weg zum Studium: Die Mappenabgabe

 

Dann kam allerdings die erste Enttäuschung. Schon damals in den 90ern musste man bei der Bewerbung zum Grafik-Design-Studium eine Mappe mit eigenen Arbeiten abgeben. Mappenkurse, in denen man sich ausgiebig darauf vorbereiten kann, gab es noch nicht.

Es kam, wie es kommen musste: Meine Mappe wurde abgelehnt. Aber damit gab ich mich nicht zufrieden. Ich wollte wissen, warum meine Zeichnungen nicht ankamen. Ich vereinbarte einen Termin mit einem der Professoren und hörte mir genau an, was er zu sagen hatte. Mit den neuen Erkenntnissen im Gepäck machte ich mich wieder an die Arbeit – auch wenn das noch mal ein ganzes Jahr Wartezeit bedeuten würde.

Long Story short: Beim zweiten Anlauf klappte es dann. Meine Mappe wurde akzeptiert und ich wurde zur Eignungsprüfung eingeladen. Dort musste ich unter anderem einen ausgestopften Eichelhäher abzeichnen. Noch einmal banges Warten und dann hatte ich es schwarz auf weiß: Ich durfte mit dem Studium beginnen. Meine Beharrlichkeit hatte sich also ausgezahlt.

    Das Grafik-Design-Studium: Ein erster Schwerpunkt zeichnet sich ab

     

    Die Fachhochschule für Gestaltung war eine sehr überschaubare Einrichtung im Herzen von Mannheim. Die Studierenden kannten sich fast alle untereinander. Heute gibt es die Fachhochschule so nicht mehr – sie ist schon seit langem ein Teil der Hochschule Mannheim.

    Im Grundstudium wurden wir nicht nur an verschiedene Zeichentechniken herangeführt, sondern lernten auch, im Fotolabor unsere eigenen Schwarz-Weiß-Fotos zu entwickeln. In einer hauseigenen Schriftsetzerei konnten wir anhand von altertümlichen Setzkästen unsere ersten Erfahrungen mit Typografie machen. Dass ich dort die Grundlagen der Schriftgestaltung mitbekam, hilft mir noch heute.

    Was mir aber am besten gefiel, war die Möglichkeit, nach dem Grundstudium in kleinen Gruppen projektbezogen zu arbeiten. Ich entschied mich für einen Professor, der für seine Studies immer reale Aufträge an Land zog. So hatte ich die Möglichkeit, an einer Ausstellung über die Nachkriegszeit in Mannheim maßgeblich mitzuwirken und das damalige Erscheinungsbild des Planetarium Mannheim mitzugestalten.

      Auszug aus dem Konzept einer Ausstellung

      Einblick in unsere Dokumentation der Ausstellung „Mannheim 1945-49“

      Was der Professor Slabon uns aber noch beibrachte, war die konzeptionelle Herangehensweise in jedem Designprojekt. Schon als Studentin lernte ich, genau hinzusehen. Bevor es ans Gestalten ging, machten wir eine Analyse des Ist-Zustands und wägten ab, welche Kommunikationsmittel warum eingesetzt werden sollten. Ohne Konzept gab es kein Design. Diese Arbeitsweise hat mich so geprägt, dass sie von da an all meine Designprojekte bis heute begleitet.

        Nach dem Studium: Agenturluft schnuppern

         

        Zum Abschluss des Studiums gab uns unser Prof noch einen Rat mit: „Macht eure ersten Erfahrungen auf Kosten anderer.“ Sich direkt nach dem Studium selbständig zu machen hielt er für keine gute Idee. Rückblickend muss ich sagen, dass er recht hatte. Wer selbständig ist, kann ein Lied davon singen, dass Aufträge und neue Kunden einem nicht zugeflogen kommen. Man muss etwas dafür tun. Aber dazu später mehr.

        Ich bewarb mich bei einer kleinen, inhabergeführten Agentur, die an eine Schriftsetzerei und Druckerei angegliedert war. Durch die kurzen Wege im Haus bekam ich mit, was nach der Entwurfsphase folgte. Auch wenn meine Zeit dort nicht lange währte, konnte ich einiges lernen.

        Letztlich wurde mir aber gekündigt, weil ich zu langsam war. Schon damals merkte ich, dass ich für das hektische Agenturleben nicht geschaffen war. Ich bin sehr präzise in meiner Arbeit, aber in der Werbung ist Schnelligkeit gefragt. Dass kurz vor Feierabend noch ein Auftrag auf den Tisch kommt, der am nächsten Tag in den Druck muss, ist keine Seltenheit.

        Mir war klar, dass ich mein Leben nicht auf Dauer in einer Werbeagentur fristen wollte. Aber was war die Alternative?

          Federzeichnung eines zugewachsenen Cottages

          Illustration mit Feder und Tusche, während des Praxissemesters entstanden

          Jetzt schon den Sprung in die Selbständigkeit wagen?

           

          Weil ich nicht auf Anhieb eine neue Stelle bekam, musste ich mich arbeitslos melden. Wer schon mal arbeitslos war, weiß, dass das Arbeitsamt nicht gerade hilfreich ist bei der Stellensuche. Die Stellen, die es dort für Grafik-Designer gab, waren sehr dünn gesät.

          Ich startete einen ersten Versuch in die Selbständigkeit. Ein befreundeter Unternehmer brauchte Anzeigen und Prospekte und über einen anderen Bekannten bekam ich Kontakt zu einer Non-Profit-Organisation, für die ich einiges als Freelancer gestalten konnte. In der Zeit ist dieses Logo entstanden, dass heute noch, trotz Digitalisierung, meine Handschrift trägt:

            Logodesign für Operation Mobilisation

            Original-Logo von mir

            digitalisiertes Logo für OM

            Digitalisiertes Logo heute

            Was ich in dieser Phase aber deutlich zu spüren bekam: Dass ich überhaupt an Aufträge kam, war mehr Glück als Können. Akquise lag mir nämlich so gar nicht und es gab auch niemanden, der mir sagte, wie Neukundengewinnung gelingen kann. So doof es klingt: Letztlich war es ein Segen, dass ich in dieser Zeit geheiratet hab. Mein Mann hatte ein Stellenangebot am Niederrhein bekommen und dort konnte ich noch mal für eine kurze Zeit in einer kleinen Werbeagentur arbeiten. Ich machte meine ersten Gehversuche mit dem Apple Macintosh und dem Gestaltungsprogramm Freehand. Was ich nämlich noch gar nicht erwähnt hab: An der Fachhochschule gehörte ich tatsächlich zu den letzten, die ihr Studium noch komplett analog absolviert haben.

            Familienzeit: Das Aus meiner Berufskarriere?

             

            Was dann folgte, war eine sehr lange Auszeit vom Beruf. Wir bekamen unser erstes Kind und mir war klar, dass ich jetzt erst mal Zeit für meine kleine Tochter haben wollte. Es folgten noch zwei weitere Kinder und ich merkte, wie ich an meine Grenzen kam. Selber als Einzelkind groß geworden, war eine fünfköpfige Familie Neuland für mich. Ich merkte auch, dass ich nervlich nicht sehr belastbar war. Heute weiß ich, dass ich vermutlich AD(H)S habe (das Ergebnis der Diagnose steht noch aus). Selbst eine Halbtagsstelle als Designerin anzutreten, hätte ich nicht gepackt. Ganz abgesehen davon, dass ich hier auf dem Land (inzwischen waren wir ins Bergische umgezogen) keine Stelle bekommen würde. Da müsste ich schon nach Wuppertal oder Düsseldorf. Und wieder in eine Werbeagentur? Das kam für mich nicht in Frage.

            Ganz ohne Design war die Familienzeit aber auch nicht. Abgesehen von kreativen Projekten mit den Kindern (unsere Kindergeburtstage waren legendär), gab es immer wieder Gelegenheiten zur Gestaltung von Plakaten und Flyern. Und auch einige Logo-Designs für befreundete Unternehmer oder Organisationen entstanden in dieser Zeit.

              Logodesign für die Firma Emrich

              Logo für ein Unternehmen, das Reinstwasseranlagen herstellte

              Als die Kinder größer wurden, wuchs in mir der Wunsch, wieder in meinem Beruf zu arbeiten. Die Klassenlehrerin meines Sohnes erzählte mir von ihren Freunden, die in Hückeswagen eine kleine Werbeagentur betrieben und noch Unterstützung suchten. Wieder in eine Werbeagentur? Ich war skeptisch, rief dort aber an. Wie sich herausstellte, suchten sie eine freie Mitarbeiterin – das war schon eher nach meinem Geschmack.

                Wiedereinstieg in den Beruf: Härter als gedacht

                 

                Nun gab es allerdings eine große Hürde: In den gut 16 Jahren Familienzeit hatte sich die Designbranche grundlegend gewandelt. Hatte ich direkt nach dem Studium meine Layouts noch mit Markern und Fotokopierer erstellt, kamen heute ausschließlich digitale Gestaltungsprogamme zum Einsatz.

                Der Agenturchef und seine Frau hatten glücklicherweise großes Verständnis und boten mir ihre alten Handbücher an, damit ich mich in die gängigen Adobe-Programme einarbeiten konnte. Ja, das waren noch dicke Wälzer aus Papier, die man mit Post-its und persönliche Anmerkungen versehen konnte. Nebenher konnte ich das Gelernte dann in dem ein oder anderen Auftrag anwenden.

                Rückblickend war diese Starthilfe ins Berufsleben eine große Hilfe, auch wenn die Zusammenarbeit hier ebenfalls nicht länger als 1 ½ Jahre dauerte. Letztlich war es der selbe Grund wie damals vor 20 Jahren: ich war zu langsam und erfüllte nicht die Erwartungen, die an mich gestellt wurden. Zugegebenerweise brauchte es nach der langen Pause für mich auch eine Weile, mich wieder an das vorgegebene Arbeitstempo zu gewöhnen …

                  Eine Mutter mit vier Teenagern von hinten auf dem Weg zum Meer

                  Unterwegs zu neuen Ufern als Mutter von drei Teens 

                  Auf der Zielgeraden: Von der Crowdsourcing-Plattform in die Selbständigkeit

                   

                  Aufgeben war für mich aber keine Option. Der Entschluss, mich endgültig selbständig zu machen, war gefasst. Ich bildete mich eigenständig in den Gestaltungsprogrammen von Adobe weiter und suchte im Internet Möglichkeiten, mich mit anderen Grafik-Designerinnen auszutauschen. So stieß ich auf die Crowdsoucing-Plattform jovoto.

                  Reale Aufträge wurden hier für Designer aus aller Welt als Wettbewerb ausgeschrieben. Im Gegensatz zu anderen Plattformen gab es bei jovoto aber nicht nur einen Sieger, während alle anderen Teilnehmer leer ausgingen. Es gab auch zweite, dritte und weitere Plätze, die von der Community gewählt wurden. Der Auftraggeber konnte sich unabhängig von der Platzierung dazu entscheiden, welchen der Entwürfe er umsetzen wollte.

                  Für mich war das die ideale Möglichkeit, anhand von realen Aufträgen meine Skills in den Layoutprogrammen zu verfeinern und mir wertvolles Feedback von anderen Designer:innen zu holen. Außerdem konnte man sich mit Textern und anderen Kreativen zusammentun, um den Auftrag gemeinsam fertigzustellen. Ich gewann etliche Preise und konnte mit dem ein oder anderen Entwurf auch die Auftraggeber überzeugen.

                  Diese drei Entwürfe entstanden in meiner Zeit bei jovoto:

                    Zeichnung von einem Maskottchen

                    Identifikationsfigur für eine Versicherung

                    Plakatentwurf für die Messe Berlin

                    Plakatentwurf für die Messe Berlin

                    Logoentwurf für Menschenrechte

                    Entwurf für „Ein Logo für Menschenrechte“

                    Vor allem mit dem Südtiroler Texter Elmar Dorigatti arbeitete ich gern und erfolgreich zusammen. Weil die Aufträge oft im Bereich der Werbung angesiedelt waren, kam unsere Kombination aus professionellem Text und Design besonders gut an. Elmar fragte mich deshalb eines Tages, ob wir nicht auch „im realen Leben“ zusammen arbeiten wollten. Als freiberuflicher Texter hatte er einige Auftraggeber, die auch von meiner Expertise als Designerin profitieren könnten.

                     

                    2012: Das Jahr, in dem ich mich als Grafik-Designerin selbständig gemacht habe

                     

                    Das war der Startschuss in meine Selbständigkeit. Während ich noch weiter für jovoto arbeitete, weitete sich mein Portfolio als selbständige Grafik-Designerin immer mehr aus. Ich kommunizierte auch im Bekanntenkreis, dass ich jetzt selbständig bin und es kamen so viele Anfragen, dass eine halbtätige Beschäftigung, wie ich sie zunächst geplant hatte, gar nicht mehr möglich war.

                    Hier einige Ergebnisse aus den Anfängen meiner Selbständigkeit:

                      Bannerentwurf für einen Fensterputzer

                      Werbebanner für einen Fensterputzer

                      Anzeige für einen Versicherungsvermittler

                      Anzeige für einen Versicherungsvermittler

                      roter Transit von Bauflock mit Beklebung

                      Beklebung für einen Handwerksbetrieb

                      Logo für ein Trainingsangebot

                      Logo für ein Weiterbildungsangebot im Handel

                      Über Weiterempfehlung und den Kontakt zum Südtiroler Texter war ich gut ausgelastet. Die Kunden kamen aus den unterschiedlichsten Branchen: Handwerk, Einzelhandel, Gastronomie und Versicherungswesen. Gerade die Vielseitigkeit der Themen gefiel mir sehr – es gab immer wieder Neues zu lernen.

                      Mit den Jahren kristallisierten sich dabei zwei Erkenntnisse heraus: Zum einen stellte ich fest, dass mir das Entwickeln von Logos und Branddesigns besonders lag. Hier kam das konzeptionelle Denken, das ich im Studium gelernt hatte, zur Anwendung. Zum anderen merkte ich, dass ich mich gern aus der Werbung zurückziehen wollte. Das lag einmal an den kurzen Fristen, die mir zur Fertigstellung gesetzt wurden. Oft kamen Anfragen auf den letzten Drücker, obwohl Kunden längst den Abgabetermin kannten. Aber ich erkannte auch ein gewisses Muster: Kunden, die „nur“ einen Flyer oder eine Anzeige haben wollten, verstanden oft nicht, wieviel Arbeit auch in diesen scheinbar kleinen Kommunikationsmitteln steckt. Und sie waren nicht bereit, sie entsprechend zu honorieren. Der Satz: „Können Sie noch was am Preis machen?“ fiel immer häufiger. Es war Zeit für ein Umdenken.

                       

                      Nach gut 10 Jahren selbständige Grafik-Designerin: Zeit für eine Neupositionierung

                       

                      Der Buchtitel „Design ist mehr als schnell mal schön“ von Maren Martschenko traf mich genau ins Mark. Ich besorgte mir das Buch und arbeitete es gründlich durch. Die Autorin legt hier sehr schön offen, dass wir Designer:innen uns auch durch kompetente Beratungsarbeit auszeichnen, diese aber oft nicht im Vorfeld kommunizieren. So bleibt es nicht aus, dass Auftraggeber:innen gar nicht verstehen, warum Designarbeit sich eben nicht nur auf ein paar Stündchen Entwurfsarbeit beschränkt. Das war genau meine Situation.

                      Ich arbeitete die Fragen zur Selbstreflexion durch und beschloss, sowohl mein Logo als auch meine Website gründlich zu überarbeiten. Künftig wollte ich andere Selbständige darin unterstützen, dass sie mit ihrem Gesamtauftritt als professionell wahrgenommen und wiedererkannt werden. Also sollte ich selber mit gutem Beispiel vorangehen.

                        Das alte Logo von Reutergrafik

                        Mein altes Logo, eher zurückhaltend

                        Das neue Logo von Reutergrafik

                        Mein neues Logo, selbstbewusster und prägnanter

                        Auf meiner Website gibt es jetzt kein Portfolio mit hübschen Bildchen mehr, sondern Case Studies, die aufzeigen, wie es zu einem Logo oder Branddesign kam. Außerdem mache ich schon auf der Über-mich-Seite deutlich, dass ich nicht fürs „schnell mal schön machen“ zu haben bin. Wer mit mir zusammenarbeiten möchte, soll wissen, dass ich gerne in der Tiefe schürfe und über das eigentliche Design hinausblicke. Mich interessiert, warum jemand etwas tut und was ihn oder sie im Innersten antreibt. Nur so kann ich ein Design entwickeln, das kleidet und sitzt.

                        Mit einem Content-Marketing-Training bei „Geschichten, die verkaufen“ rundete ich meine Neupositionierung ab. Denn sich selber neu aufzustellen ist eine Sache, sich „da draußen“ bekannt zu machen, eine andere. Ich wollte lernen, wie ich anhand von Geschichten andere davon überzeugen kann, an ihrer Marke zu arbeiten und mehr Wert auf ihr Design zu legen.

                        So habe ich LinkedIn für mich entdeckt. Dort kann ich nicht nur meine Arbeiten zeigen, wie ich das schon von Instagram kannte. Ich kann von mir erzählen und Tipps weitergeben, die auch wirklich gelesen werden. Das und die neue Positionierung bringt mir heute tatsächlich die Kund:innen, die zu mir passen. Keine Preisdiskussion mehr, sondern eher ein „Du bist mir sympathisch, mit dir möchte ich zusammenarbeiten.“ Das ist eine ganz andere Vertrauensgrundlage.

                         

                        Warum ich mich heute wieder für den Beruf der Grafik-Designerin entscheiden würde

                         

                        Inzwischen ist eine neue Ära entstanden. Künstliche Intelligenz macht sich in allen Branchen breit und auch als Grafik-Designerin spüre ich die Veränderung. Es kommen weniger Anfragen und ich höre immer wieder, dass man sein Logo ja auch von der KI erstellen lassen kann. Bin ich deshalb frustriert und plane eine neue Umorientierung? Nein.

                        In der Praxis merke ich, dass es immer noch Menschen gibt, die verstanden haben, dass sie nicht nur ein hübsches Logo brauchen. Sie wissen, dass es menschliche Begleitung braucht, wenn es darum geht, ihr Thema ganzheitlich zu erfassen und in deine stimmige Designsprache zu gießen, die ihre Werte und Ziele widerspiegelt. Die KI kann dir punktuell Inspirationen geben und dir beim Strukturieren deiner Themen helfen. Aber sie kennt weder deine Geschichte noch dich als Mensch. Sie schöpft aus dem, was schon da ist und wird dich nie in allen Designfragen so beraten, dass daraus ein durchgehend durchdachtes System entsteht, dass dich und dein Business auf allen Kanälen so zeigt, wie du bist.

                        Nun weißt du, wie meine Reise als Grafik-Designerin bis heute verlief. Kein Hin und Her zwischen verschiedenen Berufen und Lebenserfahrungen, sondern ein geradliniger Weg mit vielen Aufs und Abs. Dass ich bis heute drangeblieben bin, liegt sicher daran, dass ich ziemlich beharrlich sein kann, immer noch gerne dazu lerne und Neues ausprobiere.

                        Du brauchst ein Markendesign und vertraust lieber auf Menschen als auf die KI? Dann lass uns miteinander reden und überlegen, wo ich dich unterstützen kann.

                          Marianne Reuter, Grafik-Designerin

                          Marianne Reuter

                          Ich bin Marianne – Krimi-Fan, Komplizin und Kommuni­kations-Designerin. Ich löse deine kniffligen Designfragen, damit du mit deinem Business richtig reinklotzen kannst.

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