Mein Motto für 2026: „Alle eure Sorge werft auf ihn!“
Hätte mir jemand vor zehn Jahren gesagt, dass ich mal ein Jahresmotto haben würde, hätte ich laut protestiert. Wer braucht denn sowas? Mottos sind wie Vorsätze: schnell vergessen.
Seit einigen Jahren hab ich tatsächlich einen Satz, der mich durchs Jahr begleitet. Lies hier, wie es dazu kam und warum es für 2026 speziell dieser Spruch aus der Bibel geworden ist.
Warum ich ein persönliches Jahresmotto habe
Mein Mann und ich schicken unseren Kunden und Freunden seit mittlerweile zehn Jahren immer eine Karte zum Jahreswechsel. Damit wollen wir Wertschätzung zeigen und uns für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken. Die Karte dient gleichzeitig dazu, uns noch mal in Erinnerung zu rufen.
Als Grafikdesignerin gestalte ich die Karten natürlich selber und nutze die Gelegenheit, verschiedene Druck- oder Veredelungstechniken auszuprobieren. Ich hab schon Karten aus Bierfilz oder Buchbinderpappe gestaltet und mich an Letterpress oder Risodruck gewagt. Hier siehst du drei Beispiele:
Ein Rezept auf Bierfilz
Christbaumschmuck mit Laserstanzung
Letterpress mit Heißfolienprägung in Gold
Schnell merkten wir, wie uns die Zeit vor Weihnachten davon lief. Nicht nur Konzeption und Entwurf brauchten Zeit – auch das Zusammentragen der Adressen, Eintüten und Frankieren. Als ob es vor Weihnachten nicht schon genug zu tun gab. So wurde aus dem Weihnachtsgruß ein Neujahrsgruß. Den konnte man zur Not auch im Januar noch verschicken. Hier siehst du drei weitere Beispiele:
Unbedruckte Buchbinderpappe mit Lasergravur
Letterpress mit Heißfolienprägung in Rotmetallic
Softtouchfolie und partieller Relieflack
Irgendwann merkten wir, dass wir nicht nur gute Wünsche verschicken wollten, sondern auch was Mutmachendes. Das fing in der Corona-Zeit an. Jeder war verunsichert und wusste nicht, was das kommende Jahr bringen würde. Einfach „nur“ ein frohes oder hoffnungsvolles Jahr zu wünschen, erschien uns zu wenig. Wir überlegten, was über gute Wünsche hinaus geht. Ein mutmachender Spruch – das war’s. Diese Karte hier, von der ich leider kein Belegexemplar mehr hab, war eine davon:
Vierfarbdruck plus Gold auf Metallic-Karton
Dann kam das erste Jahr, wo dieser Spruch für unsere Karten auch zu meinem Motto für das folgende Jahr wurde. Wir hatten uns für dieses Zitat von Nelson Mandela entschieden: „May your choices reflect your hopes, not your fears.“ (Mögen deine Entscheidungen deine Hoffnungen wiederspiegeln, nicht deine Ängste). Entscheidungen, die wir aus Angst treffen, sind nie gute Entscheidungen. Wenn wir mit Hoffnung in die Zukunft sehen, werden wir mutigere Schritte tun.
Schon länger hatte ich damit geliebäugelt, ein Training bei „Geschichten, die verkaufen“ zu machen. Ihre Methode, Angebote nicht mit langweiligen Fakten zu präsentieren, sondern mit unserer ganz persönlichen Geschichte, hatte mich angesprochen. Allein der Preis schreckte mich ab. War ich in der Lage, so viel in mein eigenes Business zu investieren? Was, wenn ich das Geld nicht hereinbekomme?
Ich wog das Für und Wider ab. Auf einmal merkte ich: Der einzige Grund, warum du zögerst, ist Angst. Hatten wir nicht mit unseren Neujahrskarten das Statement gesetzt, dass wir unsere Entscheidungen auf Hoffnung bauen wollen? Ich meldete mich noch am selben Tag an. Spoiler alert: Das Geld hatte ich innerhalb eines halben Jahres wieder reingeholt. Durch den Kurs hab ich nämlich angefangen, regelmäßig auf LinkedIn zu posten und über diese Plattform tatsächlich neue Kunden gewonnen.
Zweifarbiger Risodruck auf rauem Karton
Warum wir uns für das Jahresmotto 2026 entschieden haben
Fast forward to 2025. Nachdem wir jetzt diesen Anspruch an uns selber hatten, eine Karte zu verschicken, die nicht nur nett ist, sondern auch etwas beim Empfänger auslöst, wurde die Wahl der Sprüche nicht gerade leichter.
Ich hab eine Datei in meiner Notizen-App, in der ich Sprüche und Zitate sammle, die ich mir merken möchte. Bei der Suche nach etwas Passendem für 2025 fiel mir dieses Meme ins Auge: „Sorgen sind wie Nudeln. Man macht sich immer zu viele.“ Das holte mich sofort ab. Auch meinem Mann gefiel der Spruch. Er wollte aber gern noch etwas mit mehr Substanz ergänzen. Nach ein paar Tagen kam er mit diesem Satz aus dem ersten Petrusbrief: „Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ Das passte gut. Wir hatten uns letztes Jahr im Bibelkreis mit der Person des Petrus beschäftigt und in diesem Zusammenhang auch seinen Brief gelesen. (Ich frage mich ja, ob Petrus nicht auch ADHS hatte – so wie er manchmal mit unangemessenen Aussagen herausplatzte. Vielleicht ist er mir deshalb so sympathisch.)
Außerdem passte dieser Spruch auch zu einigem, was ich 2025 erlebt hatte: Es gab zum Beispiel eine sehr harte Auseinandersetzung mit einem Menschen, der mir sehr nahe steht. Das ging so weit, dass ich nicht wusste, ob wir jemals wieder die entstandene Kluft überbrücken würden. Mein Mann und ich beteten sehr für diese Situation. Es war für mich wie ein Wunder, als die Person sich wieder bei uns meldete und deutlich machte, dass sie bereit war zur Versöhnung. Ja, Gott unsere Sorgen im Gebet anzuvertrauen, hilft wirklich.
Ein anderes Erlebnis hatte ich kurz vor Weihnachten: Wie du vielleicht in meinem Jahresrückblick 2025 gelesen hast, war das vergangene Jahr für mich nicht so rosig gelaufen. Das zeigte sich auch auf meinem Bankkonto. Als mir die Steuerberaterin dann mitteilte, dass für 2024 eine sehr hoher Betrag für meine Einkommenssteuer anstand, schluckte ich. 2024 war super gut gelaufen, dass die Einkommenssteuer so hoch ausfallen würde hätte ich nicht gedacht. Ich wusste, das Geld hatte ich momentan nicht. Mein Mann erinnerte mich an unseren Spruch auf der Karte: „Alle eure Sorge werft auf ihn.“ Ich ballte eine Faust, schleuderte sie in Richtung Himmel und rief: „Hier, nimm!“ Keine Ahnung, ob Petrus den Satz so wörtlich gemeint hat. Aber in dem Augenblick tat die Geste richtig gut. Und dann fasste ich einen Entschluss: Ich schrieb für alle laufenden Projekte, die ich dieses Jahr nicht mehr fertigstellen würde, noch eine Rechnung für meine bisher geleistete Arbeit. Und was soll ich sagen? Ich hab echt tolle Kunden. Sie überwiesen das Geld sofort. Meine Sorgen hatten sich (mal wieder) in Luft aufgelöst.
Übrigens haben wir auf diese Karte so viele positive Rückmeldungen bekommen wie selten. Offenbar kam die Mischung aus Humor und Motivation gut an. Eine Kundin schrieb: „Herzlichen Dank für deine erfrischende Weihnachtspost! Ich musste sehr schmunzeln und war berührt von dem wahren und tieferen Kern.“
Wie ich dieses Motto für 2026 mit Leben füllen werde
So viel steht fest: Ich möchte mich in diesem Jahr nicht von meinen Sorgen bestimmen lassen. Klar, wird es wieder Situationen geben, aus denen ich erstmal keinen Ausweg weiß. Aber statt mich nachts im Bett zu wälzen und die Lage zu zerdenken, möchte ich mich an diesen Bibelvers erinnern und meine Sorgen direkt Gott nennen. Bei ihm sind sie gut aufgehoben. Und ich bin sicher, dass ich auch in diesem Jahr die Erfahrung machen werde, dass er mich nicht fallen lässt. Vielleicht gibt es ja das ein oder andere Erlebnis, von dem ich hier auf meinem Blog oder in einem Post berichten kann. Wenn du das nicht verpassen möchtest, dann folge mir gerne auf LinkedIn oder Instagram.
Ach und noch was: Das neue Jahr hat ja gerade erst begonnen. Aber falls du nach dem Lesen dieses Beitrags denkst: „So eine tolle Karte würde ich 2026 auch gerne verschicken!“, dann sprich mich gerne an! Gemeinsam können wir überlegen, was zu dir passt. Manche Dinge kann man nicht früh genug angehen. (Das war jetzt auch eine Memo an mich selbst.)
Neon-Pink-Simulation auf rauem Karton

Marianne Reuter
Ich bin Marianne – Krimi-Fan, Komplizin und Kommunikations-Designerin. Ich löse deine kniffligen Designfragen, damit du mit deinem Business richtig reinklotzen kannst.



Liebe Marianne,
was für ein wundervolles Jahresmotto! Und diese wunderschönen Karten lassen mein Herz höher schlagen und erzeugen sofort ein Haben-wollen-Gefühl!
Allerdings habe ich keine Erfahrung in Gestaltung, wäre das auch etwas für Anfänger?
Liebe Grüße
MariannA
Danke für dein nettes Feedback, Marianna :)!
Ohne Erfahrung und die nötigen Tools wird es schwierig, solche Karten zu gestalten. In Canva hast du zwar viele Möglichkeiten, aber für Druckvorlagen eignet sich die App leider nicht. Und es brauchte schon einige Kommunikation mit den entsprechenden Druckereien, um die Ergebnisse zu erhalten, die ich im Sinn hatte. Da wirst du auch bei Flyeralarm nicht weit kommen.
Was mir gerade einfällt: Von einigen Karten hab ich noch ein paar Exemplare übrig. Sofern dich die abgelaufene Jahreszahl nicht stört, könnte ich dir eine zuschicken. Wenn du magst, schreib mir doch eine Mail über den Kontakt-Button und nenne mir dein Wunschmotiv und deine Adresse. Wenn die Karte noch da ist, kann ich sie dir schicken.
Liebe Grüße, Marianne
Hallo Marianne,
das ist ja echt eine schöne Geschichte, rund um euer Jahresmotto. Gefällt mir gut.
Und die Karten sind ja so richtig cool. Ich sehe die Zeit, die du in diese besonderen Karten gesteckt hast.
Liebe Grüße
Angelika
Danke für deinen netten Kommentar, Angelika! Ja, in die Karten ist viel Zeit und Hirnschmalz geflossen. Jedes Jahr nehme ich mir vor, dass ich mich eher ransetze und dann ist es doch wieder Dezember geworden … 😅
Liebe Grüße zurück,
Marianne
Liebe Marianne
Was für eine schöne Idee für euere Neujahrsgrüsse. Alleine schon, dass ihr euch so viele Gedanken macht und die Karten jedes Mal anders gestaltet zeigt schon so viel Wertschätzung. Da würde ich mich als Kundin auch sehr freuen :-).
„und die Lage zu zerdenken“ das kenn ich auch gut 🙂 meist immer dann, wenn mein Kopf mal wieder das Zepter übernimmt. Dazu fällt mir dann jeweils das Zitat von Mark Twain ein: „Ich hatte in meinem Leben viele Sorgen, von denen die meisten nie passiert sind“.
Ich wünsche dir viel Spass bei der Umsetzung deines Mottos und weiterhin viel Erfolg.
Liebe Grüsse Nicole
Danke für deinen netten Kommentar, Nicole! Das Zitat von Mark Twain ist auch sehr zutreffend. Das werde ich mir gleich mal notieren.
Dir auch ein erfolgreiches Jahr!
Liebe Grüße, Marianne
Liebe Marianne,
die Karte mit dem Nelson Mandela Zitat ist sooo schön!
Und was mir auch gefallen hat: deine Geste, die Sorgen wirklich in den Himmel zu werfen, dein Motto ganz wörtlich zu nehmen. Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie wohltuend das war!
Liebe Grüße
Paula
Danke dir, liebe Paula Marie! Ja, das kam ganz spontan und ich merke mir das fürs nächste Mal. 🙂
Liebe Grüße, Marianne